Zwei Jahrzehnte Funkschlüssel-Kompetenz

Nov 15, 2013

  • Design und Funktionsvielfalt sind die Trends bei Funkschlüsseln
  • Near Field Communication (NFC) ermöglicht die Übertragung von Daten vom Fahrzeug oder einem Smartphone/Tablet-PC auf den Funkschlüssel
  • Continental setzt seit 20 Jahren Meilensteine bei der Schlüsselentwicklung

Regensburg, 15. November 2013. Vor 20 Jahren hat Siemens Automobiltechnik, inzwischen aufgegangen in Continental, den ersten Funkschlüssel für Automobile in Serie gebracht. Bis heute ist der internationale Automobilzulieferer Continental führend bei Techniken für den funkgestützten Fahrzeugzugang. „Wir haben in diesen zwei Jahrzehnten Schlüsselentwicklung so manchen Meilenstein gesetzt“, zieht Andreas Wolf, Leiter des Continental-Geschäftsbereichs Body&Security der Division Interior, eine Zwischenbilanz. „Beispielsweise hat Continental die Personalisierung der Schlüssel vorangetrieben. Heute können die Fahrer in den Schlüsseln persönliche Vorlieben wie etwa die Sitz- und Lenkradposition oder Radiosender hinterlegen, die in Verbindung mit dem Entriegelungsvorgang automatisch eingestellt werden.“ Organisatorisch ist Continental durch seine globale Aufstellung mit Entwicklungs- und Applikationskapazitäten in allen wichtigen Weltmärkten präsent. Mit jährlich rund 20 Millionen produzierten elektronischen Autoschlüsseln verfügt man über viel Erfahrung in diesem Segment.

Continental feiert 20 Jahre Funkschlüssel-Erfahrung Bilddownload

Trendsetter in Design und Funktion

Aus dieser Position der Technologieführerschaft setzt Continental die nächsten Trends. Einer der augenfälligsten wird die weitere optische und haptische „Veredelung“ des Funkschlüssels sein. Beispielsweise sind – neben Kunststoff – Oberflächen aus Edelstahl, gebürstetem Aluminium, Glas, Leder oder Keramik denkbar. Daneben ist die Miniaturisierung der Komponente ein weiteres Ziel. Aktuelles Vorzeigeobjekt ist eine nur 3,4 Millimeter dicke Schlüsselkarte, die Continental 2012 für eine Luxusklasse-Limousine des koreanischen Automobilherstellers Kia entwickelt hat. Bei dieser Brieftaschen-kompatiblen Funkkarte wird die Elektronik – inklusive dem passiven Zugangskontroll- und Startsystem (Passive Start and Entry, PASE) – formschlüssig mit Kunststoff umgossen und ist sehr bruchfest. In anderen Märkten hingegen sind eher repräsentative Schlüssel mit einer bestimmten Größe und auffälligen optischen Anmutung gefragt.

1993 wurde der erste Funkschlüssel in Serie gebracht. Bilddownload

Daneben wird nach Ansicht der Schlüsselspezialisten in Regensburg die Funktionsvielfalt weiter zunehmen. So wird in absehbarer Zukunft auch serienmäßig das automatische Öffnen des Fahrzeugs angeboten. Durch genaues Beobachten der Schlüsselposition im Fahrzeugumfeld wird das System schon bei Entfernungen von bis zu sechs Metern mit personalisierten Funktionen starten – etwa der Sitzeinstellung, der Umfeldbeleuchtung oder dem Öffnen des Heckdeckels, wenn sich der Fahrer zielstrebig dem Heck nähert.

Der erste Fahrzeugschlüssel mit Verriegelungs-anzeige kam 2007 auf den Markt Bilddownload

Funkschlüssel werden zukünftig mit einer NFC-Schnittstelle (Near Field Communication) aufgewertet. Diese von Continental bereits serienreif entwickelte Schnittstelle ermöglicht die Übertragung von Daten vom Fahrzeug oder einem Smartphone/Tablet-PC auf den Funkschlüssel. Das eröffnet viele neue Anwendungen. Zum Beispiel die unkomplizierte Übertragung einer am PC ausgearbeiteten Route auf das automobile Navigationsgerät, das Auslesen von im Funkschlüssel gespeicherten Daten über NFC auf dem Smartphone/Tablet oder den Einsatz des Smartphones als zusätzlichen „Fahrzeugschlüssel“. Hier wird der digitale Schlüssel im Mobiltelefon abgelegt. Das ist auch eine kostengünstige Basis für Mietwagen- oder Car Sharing-Flotten, da eine persönliche Schlüsselübergabe überflüssig wird. Noch weiter in die Zukunft gehen Ideen zu biometrischen Startsystemen, bei denen Kameras und Sensoren bestimmte Merkmale eines Menschen erfassen und mit den Daten der autorisierten Fahrer abgleichen.

Im Jahr 2012 wurde der Schlüssel richtig flach und bietet dennoch die passive Zugangskontrolle – der Schlüssel muss zum Öffnen des Wagens nicht mehr in die Hand genommen werden. Bilddownload

Vom schlüssellosen Öffnen zur funkbasierten Statusabfrage

Diese zukünftigen Hightech-Ausstattungen und Designformen des Funkschlüssels sind ein großer Fortschritt im Vergleich zu seinen Anfängen im Jahr 1993: Damals war die Funk-Funktion eher noch ein Anhängsel in einem konventionellen Schlüssel mit feststehendem Bart. Der Funkprozess sollte primär den Zugang zum Fahrzeug erleichtern und ärgerliche Umstände, wie etwa Verschmutzungen durch den Schlüsselbart und vereiste Türschlösservermeiden. Schon bald erweiterte Continental die Funktechnik sukzessive um neue Funktionen. So konnten gezielt einzelne Türen geöffnet und parallel dazu die Innen- und Umfeldbeleuchtung aktiviert werden, die Wegfahrsperre wurde integriert. Auch kamen zahlreiche Personalisierungs-Optionen hinzu. Parallel zur Funktionsvielfalt entwickelte sich der Funkschlüssel zum Designobjekt.

Einer der augenfälligsten Trends bei Funkschlüsseln ist die optische und haptische „Veredelung“ des Funkschlüssels. Bilddownload

Ein weiterer Meilenstein von Continental war 1999 die Einführung von PASE, dem passiven Zugangskontroll- und Startsystem. Bei dieser Technik kommuniziert der Schlüssel selbstständig mit dem Fahrzeug, sobald er sich in Fahrzeugnähe befindet. Ist der Schlüssel autorisiert, kann das  Fahrzeug geöffnet und der Motorstart per Startknopf freigegeben werden. Andreas Wolf: „Seit der Einführung des ersten passiven Zugangskontrollsystems im Jahr 1999 gehören wir zu den führenden Anbietern auf diesem Gebiet.“

Mit NFC-Technologie werden zukünftig auch Smartphones Schlüssel-funktionen übernehmen können. Bilddownload

Ein anderer großer Schritt war 2006 der erste bidirektionale Schlüssel von Continental. Seitdem können Fahrer auf Kontrollleuchten im Funkschlüssel bestimmte Fahrzeugzustände ablesen ‑ etwa, ob es wirklich verriegelt ist. Die Nachfolgesysteme ermöglichen aktuell die Statusabfrage relevanter Fahrzeug- und Klimafunktionen aus bis zu 300 Meter Entfernung. Diese Reichweite für Statusabfragen will Continental in naher Zukunft auf bis zu 1.000 Meter erhöhen.

Wichtig ist für Andreas Wolf vor allem ein breiter Systemansatz: „Der Schlüssel besteht ja nicht nur aus der Elektronik, sondern auch aus der Mechanik, der Software und Kryptologie. Im Auto vervollständigen der Empfänger, mehrere Antennen zum Detektieren des Schlüssels im Innenraum sowie die Steuerungselektronik das System. Wir bieten alles aus einer Hand an und sorgen auch für die reibungslose Integration in die Bordelektronik. Inklusive Umgang mit den verschiedenen Funkfrequenzen und Absicherung gegenüber Störquellen.“