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Virtueller Schlüsseldienst für Mobilitätsanbieter: D’Ieteren und Continental gründen Joint-Venture

Mar 12, 2015

  • Technologieunternehmen und Automobil-Service-Unternehmen gründen Joint-Venture zur Entwicklung und Durchführung von Car-Sharing-Diensten
  • OTA keys mit Sitz in Brüssel bietet weltweit Dienste für Flotten- und Car-Sharing-Betreiber
  • Anwendungen des Joint-Ventures zeigen Möglichkeiten aus dem großen Spektrum zukünftiger Dienste aus dem Bereich Intelligente Transport Systeme auf (ITS)

Regensburg/Brüssel, 12. März 2015. Das wachsende Interesse an Alternativen zum klassischen Autobesitz führt zu einem Boom der Car-Sharing-Angebote. Damit diese neue Art der Nutzung von Autos und anderen Fahrzeugen besonders komfortabel und sicher realisiert werden kann, haben das internationale Technologieunternehmen Continental und der belgische Automobil-Service-Spezialist D’leteren ein Joint-Venture zur Entwicklung und Durchführung von verschiedenen Car-Sharing-Diensten gegründet. Das Joint-Venture trägt den Namen OTA keys.  

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Das Technologie-unternehmen Continental und das Automobil-Service-Unternehmen D’leteren haben das Joint-Venture OTA keys gegründet. Der größte Produktbereich des neuen Unternehmens sind Fahrzeug-Schlüssel, die rein virtuell existieren und drahtlos über das Mobiltelefon übertragen und genutzt werden können. Diese Technik lässt sich sowohl in Firmen-Flotten, bei Car-Sharing-Unternehmen oder auch bei Mietwagen-Firmen einsetzen. Sitz des neuen Unternehmens ist Brüssel.

„Continental hat eine über 20-jährige Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von elektronischen Fahrzeugschlüsseln. Seit 2008 arbeiten wir bereits am rein virtuellen Autoschlüssel. Mit OTA keys werden wir den verschiedenen Car-Sharing-Anbietern, Flottenbetreibern und Mietwagen-Anbietern ein Komplettpaket an Diensten anbieten können, um den Kunden ein komfortables, sicheres und gerne auch spontanes Fahrerlebnis zu ermöglichen“ erklärt Andreas Wolf, Leiter des Continental-Geschäftsbereichs Body & Security. „OTA keys ist ein deutliches Zeichen für die vielfältigen Möglichkeiten, die die Intelligenten Transport Systeme bieten werden.“

OTA keys entwickelt und vertreibt u.a. Fahrzeug-Schlüssel, die rein virtuell existieren und drahtlos über das Mobiltelefon übertragen und genutzt werden können. Bilddownload

"Als Service-Unternehmen in der Automobil-Industrie arbeiten wir bereits seit Jahren an intelligenten Dienstleistungen. OTA keys erweitert dabei unsere Möglichkeiten enorm und wird vor allen Dingen den Endkunden ein ganz besonderes Erlebnis bringen: Spontanes Losfahren ganz ohne Bürokratie – und das bei Anbietern in ganz Europa. Asien und Amerika werden unsere nächsten Ziele“ erläutert Thibaut Cardinael, bislang Manager bei D’leteren und nun Mitglied der Geschäftsführung von OTA keys.

So funktioniert der virtuelle Schlüssel

OTA keys nutzt die Intelligenz der Smartphones und benötigt im Fahrzeug lediglich die NFC- (Near Field Communication) oder BLE- (Bluetooth Low Energy) Technik Bilddownload

Herzstück des Systems von OTA keys ist der virtuelle Schlüssel im Smartphone. Das Smartphone tauscht diese Daten mit dem Fahrzeug über Near Field Communication (NFC) oder über den energiesparenden Standard Bluetooth Low Energy (BLE) aus. Mit Hilfe einer Smartphone-App bucht der Autofahrer ganz bequem das gewünschte Fahrzeug. Daraufhin schickt OTA keys verschlüsselt einen fälschungssicheren Datensatz an das Mobiltelefon. Der virtuelle Schlüssel wird auf der SIM-Karte des Smartphones gespeichert. Er enthält die Zugangsberechtigung zum gewünschten Fahrzeug. Mit Hilfe des NFC- oder BLE-Standards überträgt das Mobiltelefon die Daten (Authentifizierung, Fahrzeug- und Diagnosedaten und Nutzerprofil) an das Lesegerät im Auto. Dieses kann zum Beispiel in die Fahrzeugtür integriert werden. Ein weiterer Empfänger im Wageninneren verifiziert vor dem Anlassen des Motors den virtuellen Schlüssel im Smartphone und schon kann die Fahrt beginnen.

Continental hat die zugrundeliegende Technik des virtuellen Schlüssels bereits in mehreren Prototypen umgesetzt. Bilddownload  

Thibaut Cardinael ist davon überzeugt, dass das neue Unternehmen maßgeblich die Art und Weise verändern kann, wie der tägliche Umgang mit verschiedenen Mobilitätsdienstleistern und ihren Fahrzeugen abläuft. „Wir bieten den Flottenbetreibern verschiedene Varianten für das Realisieren einer komfortablen Nutzung der Fahrzeuge. Die vernetzte Form über die virtuellen Schlüssel im Smartphone ist dabei die am weitesten entwickelte Variante. Hier zeigt sich, was mit intelligenter Vernetzung, sicherer Datenübertragung und leistungsfähigem Backend zu niedrigen Kosten zu realisieren ist.“

Eine App macht neue Mobilitätskonzepte ganz einfach

OTA keys bietet seinen Kunden die notwendige virtuelle Infrastruktur an. Dazu gehört auch eine entsprechend an die Bedürfnisse des Flotten- oder Car-Sharing-Betreibers angepasste „App“ für die Smartphones der Endkunden. Mit dem Dienstprogramm kann der Nutzer die verfügbaren Fahrzeuge finden, auswählen und reservieren. Anschließend könnte das Smartphone sogar die Navigation zum Standort des Wagens übernehmen. Auch ganz spontan lässt sich mit dem OTA keys-Service ein Fahrzeug anmieten: Sobald man sein Mobiltelefon an einen freien Wagen hält, wird nach Prüfung der Verfügbarkeit automatisch ein virtueller Schlüssel auf dem Server generiert und auf das Smartphone übertragen. Im Auto schaltet dieser virtuelle Schlüssel den Wagen frei, die App fragt je nach Programmierung noch einige Eckdaten zum Fahrzeugzustand ab und wird danach zum komfortablen Navigationssystem.Bewährt hat sich das System von OTA keys bereits. In Toulouse wurde ein entsprechendes Pilotprojekt abgeschlossen und in Monaco nutzt eine erste Car-Sharing-Flotte das System von OTA keys.

Günstiger, sicherer und dabei praktischer: der virtuelle Schlüssel in der Praxis

Die Technik von OTA keys hat sich zum Beispiel in einem Pilotprojekt in Toulouse bereits bewährt.

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Während die meisten Carsharing-Flotten derzeit noch auf Systeme setzen, die alle Intelligenz im Fahrzeug bündeln, nutzt OTA keys die Intelligenz der Smartphones und benötigt im Fahrzeug lediglich die NFC- oder BLE-Technik. Dieser Ansatz hat zahlreiche Vorteile. Der größte Pluspunkt sind die wesentlich geringeren Kosten: Mit dem Einsatz des virtuellen Schlüssels können die Investitionen pro Fahrzeug signifikant reduziert werden.

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In Monaco nutzt eine erste Car-Sharing-Flotte das System von OTA keys. Der zweite große Vorteil des virtuellen Autoschlüssels von OTA keys ist sein besonders hoher Sicherheitsstandard: Er arbeitet im gleichen Datenraum und nach den identischen Prinzipien wie die ebenfalls auf immer mehr Mobiltelefonen hinterlegten Bezahlfunktionen und erfüllt damit selbst strenge Vorgaben von Geld- und Kreditinstituten. Zudem erfolgt der Datenabgleich nur verschlüsselt zwischen Mobiltelefon und Fahrzeug. Der Anwender wird mit diesen Sicherheitsprozeduren nicht behelligt. Im Gegenteil: Für ihn wird der Einsatz komfortabler denn je.

Ausblick: Vom virtuellen Autoschlüssel zum persönlichen Mobilitätsmanager

Und das ist nur der Anfang: Denn das System von OTA keys ist frei skalierbar und jederzeit leicht um neue Funktionen zu erweitern. So können auf dem virtuellen Autoschlüssel künftig auch persönliche Einstellungen des Fahrzeugs gespeichert werden. Schon heute ermöglicht das System ein automatisches Bluetooth-Pairing des Mobiltelefons. Künftig könnten auf diesem Weg auch favorisierte Radiosender oder die Sitzeinstellung übertragen werden, so dass der Fahrer sich im Kurzzeitmietwagen auf Anhieb zu Hause fühlt. Darüber hinaus bietet der virtuelle Schlüssel des Joint Ventures von Continental und D'Ieteren alle Voraussetzungen für eine Nutzung in anderen Verkehrsträgern. So ist OTA keys auch ein Vorbote für die vielfältigen Möglichkeiten aus dem von Continental als Wachstumsmarkt identifizierten Bereich der Intelligenten Transport Systeme.