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© Continental AG

Internationale Befragung zur Innovationskultur: Deutsche Unternehmen verlieren Anschluss

  • Continental stellt Umfrageergebnisse zur Innovationskultur in Deutschland, den USA, Japan und China vor
  • USA und China sind in Sachen Innovationskultur die klaren Vorreiter
  • In Deutschland setzen bislang die wenigsten Unternehmen konkrete Maßnahmen zur Förderung von Innovationen um
  • Personalvorstand Dr. Ariane Reinhart: „Unternehmen müssen eine Kultur schaffen, bei der Mitarbeiter nicht nur bereit sind, sich auf Wandel einzulassen, sondern ihn aktiv vorantreiben wollen“
  • Zur Innovationsförderung setzt Continental beispielsweise auf agile, teamorientierte Führung, Vielfalt, flexible Arbeitsmodelle sowie ein eigenes Start-up-Programm

Hannover, 27. August 2018. Das Technologieunternehmen Continental hat eine neue repräsentative Vier-Länder-Befragung veröffentlicht, die zeigt: Arbeitnehmer in Deutschland, China, Japan und den USA haben die Bedeutung von Innovationen erkannt. In Sachen Innovationskultur deckt die Studie jedoch Defizite auf. So mangelt es hierzulande in vielen Unternehmen an einem innovationsfördernden Arbeitsumfeld. Deutsche Arbeitnehmer sind zwar an neuen Technologien interessiert und sehen Innovation als Aufgabe für alle Mitarbeiter, doch konkrete Maßnahmen zur Förderung von Innovationen setzen bislang die wenigsten Unternehmen um. Nur 30 Prozent der deutschen Befragten finden diese in ihrem Arbeitsumfeld wieder, in Japan sind es sogar nur 21 Prozent. Im internationalen Vergleich sind die USA
(45 Prozent) und China (54 Prozent) in Sachen Innovationskultur die klaren Vorreiter.

 

Nur 30 % der Deutschen geben an, dass ihr Unternehmen ein innovationsförderndes Arbeitsklima geschaffen hat. © Continental AG

Im Auftrag von Continental befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov 4.500 Beschäftigte über 18 Jahre in Deutschland, den USA, China und Japan. Die Studie wurde online im Juli 2018 durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gruppe der Arbeitnehmer.

 Im Gegensatz zu vielen deutschen Organisationen hat das Technologieunternehmen Continental früh erkannt: Innovationskraft ist ein zentraler Erfolgsfaktor in der digitalisierten Arbeitswelt – und die eigenen Mitarbeiter sind Treiber für genau diese Innovationen. „Um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern, müssen Unternehmen eine Kultur schaffen, bei der Mitarbeiter nicht nur bereit sind, sich auf Wandel einzulassen, sondern ihn aktiv vorantreiben wollen“, so Continental-Personalvorstand Dr. Ariane Reinhart.

Die Befragungsergebnisse zur Innovationskultur in deutschen Unternehmen bewertet Reinhart kritisch: „Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Ohne eine starke Innovationskultur drohen deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich den Anschluss zu verlieren. Die digitale Transformation erhöht den Handlungsdruck zusätzlich. Bei Continental zeigen wir mit unternehmensweiten Maßnahmen bereits seit Jahren erfolgreich, wie es als internationales Großunternehmen mit mehr als 243.000 Mitarbeitern gelingt, Innovationen im eigenen Unternehmen zu fördern, agil zu bleiben und Mitarbeiter in den Wandel aktiv einzubinden.“

Dabei stellt das Technologieunternehmen vier zentrale Themen in den Fokus: eine agile, teamorientierte Führung auf Basis der vier Unternehmenswerte, Vielfalt, flexible Arbeitsmodelle – auch für die Mitarbeiter in der Produktion – sowie neue Impulse durch ein eigenes Startup-Programm. Mit diesem fördert Continental das unternehmerische Denken der Mitarbeiter sowie agile Methoden und Arbeitsweisen und schafft Rahmenbedingungen, um innovative Ideen der Teams zur Marktreife zu bringen.

Die Ergebnisse der Continental-Befragung zeigen, dass die Bedeutung von Innovationen in den Köpfen der befragten Arbeitnehmer angekommen ist. Genauso deutlich ist jedoch auch, dass Innovationskultur in vielen Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt – sowohl Deutschland als auch die USA und Japan haben hier noch Nachholbedarf.

Geringes Technologieinteresse in Deutschland – China Spitzenreiter

Ein Drittel der Deutschen (32 Prozent) sind an neuen Technologien wie Collaboration Tools, Business Apps oder Künstlicher Intelligenz im Unternehmen interessiert. Damit ist das Interesse hierzulande ähnlich stark wie in den USA (30 Prozent) und Japan (28 Prozent). Spitzenreiter ist China, wo knapp zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) und damit doppelt so viele wie in den anderen drei Ländern moderne Technologien spannend finden. Das spiegelt Chinas Bestrebungen wider, mit hochentwickelten Technologien und einer neuen Innovationsdynamik den Weg zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit zu bereiten.

Deutsche sehen Innovation als gemeinsame Aufgabe von Belegschaft und Führungsetage

Trotz des eher geringen Interesses an neuen Technologien haben die befragten deutschen Arbeitnehmer klar erkannt (38 Prozent), dass jeder Mitarbeiter für Innovationen verantwortlich ist und diese von allen gemeinsam vorangetrieben werden sollten. Mit 41 Prozent sehen das die Arbeitnehmer in den USA ähnlich, während in Japan und China nur 17 bzw. 25 Prozent dieser Meinung sind. 40 Prozent der chinesischen und 36 Prozent der japanischen Arbeitnehmer glauben, dass beim Thema Innovation Führungskräfte und Unternehmensleitung in der Verantwortung sind. In Deutschland sind nur 32 Prozent dieser Auffassung, in den USA sogar nur 18 Prozent.

Innovationsförderung: In Deutschland mangelt es an Maßnahmen 

Obwohl die Wichtigkeit von Innovationen im Unternehmen vielen Mitarbeitern bewusst ist, mangelt es im Arbeitsalltag an konkreten Maßnahmen, um Innovationen zu fördern: Arbeitnehmern fehlen eine Arbeitsumgebung, in der sie kreativ arbeiten und Neues ausprobieren können, sowie finanzielle und technische Ressourcen, um ihre Ideen und Projekte umzusetzen. Nur 30 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass ihr Unternehmen ein innovationsförderndes Arbeitsklima geschaffen hat. In Japan sind es sogar nur 21 Prozent. Im Gegensatz dazu gaben mehr als 50 Prozent der Chinesen und 45 Prozent der US-Amerikaner an, dass ihr Unternehmen ein innovationsfreundliches Klima schafft.

Auch bei den konkreten Maßnahmen zur Förderung neuer Ideen im Unternehmen steht Deutschland noch am Anfang: Nur 14 Prozent gaben an, die nötigen Ressourcen von ihrem Arbeitgeber zu erhalten, um neue Projekte umzusetzen. Den Freiraum, während der Arbeitszeit abseits vom Tagesgeschäft innovative Ideen zu verfolgen, haben nur 17 Prozent, die Möglichkeit, sich beispielsweise auf Veranstaltungen Inspiration aus externen Quellen zu ziehen, sogar nur 9 Prozent der Befragten. In China hingegen unterstützen Unternehmen ihre Angestellten intensiv: Fast jedes zweite chinesische Unternehmen (45 Prozent) unterstützt seine Mitarbeiter durch finanzielle Ressourcen oder Technologie in der Entwicklung neuer Ideen. Ein kreatives Arbeitsumfeld gibt es dort laut der Befragten in jedem dritten Unternehmen (33 Prozent) und 28 Prozent der Arbeitnehmer geben an, dass sie einen Teil ihrer Arbeitszeit für Innovationsprojekte aufwenden können.

Hier finden Sie die Ergebnisse der Studie "Wandel braucht Werte: Wie die Innovationskultur den Wandel der Arbeitswelt beflügelt (PDF, 247,6 KB) ".