Mobilitätsstudie 2016 - Assistenzsysteme

Assistenzsysteme steht hoch im Kurs.

© Continental AG

Logistikbranche erwartet von Herstellern dringend innovative Lösungen im Bereich Elektromobilität

  • Continental-Mobilitätsstudie bestätigt starken Fokus der Logistikbranche auf Verbrauchsreduzierung und Umweltschutz
  • Assistenzsysteme verbreitet im Einsatz – „Alles aus dem Pkw auch für Lkw anbieten“
  • Flottenmanager und Fahrer sind mit Zuverlässigkeit der Fahrzeuge zufrieden

Hannover, im September 2016. Getrieben von immer strengeren Umweltauflagen und hohem Kostendruck drängt die Logistikbranche die Nutzfahrzeug-Hersteller zu innovativen Angeboten im Bereich Elektromobilität. In der „Continental-Mobilitätsstudie 2016“ verweisen Flottenmanager insbesondere auf den dringenden Bedarf für Ballungsgebiete und den Verteilerverkehr. Zugleich zeigt sich die Branche mit den derzeit eingesetzten Nutzfahrzeugen überwiegend zufrieden: Dies gilt vor allem in puncto Zuverlässigkeit (67 Prozent) sowie Service und Wartung (64 Prozent). Die chinesischen Logistiker zeigen im Vergleich in allen Bereichen noch höhere Zufriedenheitswerte. Die deutschen Fahrer wiederum bewerten die Fahrzeuge noch deutlich besser (78 bzw. 71 Prozent) als die deutschen Logistiker.

Die Zufriedenheit der Fahrer mit der Infrastruktur ist äußerst gering. © Continental AG

Allein mit dem Preis-Leistungsverhältnis sind 64 Prozent der Logistik-Experten eher unzufrieden. Die Hersteller bezeichnen den Wettbewerb mit Blick auf die Verkaufspreise der Trucks als „sehr hart“. Eine schnelle Amortisation von Investitionen ist in der von Kosten und Umweltrichtlinien geprägten Branche wichtig. 82 Prozent (Deutschland), 65 Prozent (China) der Flottenbetreiber wollen eine Amortisation ihrer Investitionen innerhalb von ein bis zwei Jahren.

Top-Forderung der Logistikbranche bleiben verbrauchs- bzw. CO2-senkende Innovationen. „CO2-Emissionen in der Lieferkette sind für Unternehmen wichtig, (…) der Bedarf, die Lieferketten zu bewerten, wächst“, erklärt ein Logistik-Fachmann in der Studie. „Ausgelöst durch (die Debatte um) Diesel-Pkw wird das Thema auch für die Nutzfahrzeuge ein Problem werden. Die Euronormen müssen eingehalten werden, sie haben sich immer mehr erhöht. Es wird im innerstädtischen Lieferverkehr immer mehr Reglementierungen und Einfahrterlaubnisse geben, und dann sind wir beim Thema Elektromobilität“, bestätigt ein Nutzfahrzeug-Hersteller.

 „Der Lkw ohne Energieverbrauch ist wohl ein Traum. Aber E-Mobilität könnte eine Rolle im Verteilerverkehr in der Stadt und in Ballungsräumen spielen. Notwendig wären aber hier leichtere Fahrzeuge und leichtere Batterien“, sagt ein Fachmann. „Elektromobilität fehlt mir vollkommen. Die gibt es nur als Umrüstfahrzeuge. Im Lkw-Bereich wäre Elektromobilität viel sinnvoller als im Pkw-Bereich“, so ein Experte. In Sachen Elektroantriebe gingen große Logistiker teilweise bereits eigene Wege, da bisher keine passenden Angebote der Nutzfahrzeug-Hersteller vorhanden seien. 

Auffällig ist in diesem Kontext die Einschätzung der Fahrer zu spritsparendem Verhalten: Im Nahverkehr bis 150 Kilometer Radius sagen 28 Prozent der Befragten, dies sei in der Firma kein Thema. Gleiches sagen immerhin 19 Prozent der im nationalen beziehungsweise internationalen Fernverkehr eingesetzten Fahrer. Fast die Hälfte der Fahrer von Kleintransportern und Lastwagen bis 7,5 Tonnen betonen: Spritsparendes Verhalten sei kein Thema.

Bei den Logistikexperten sind auch Sicherheitssysteme in den Fahrzeugen gefragt. „Fahrassistenzfunktionen wie der Spurassistent oder die Objekterkennung sind weitgehend umgesetzt bei uns. Ziel: größtmögliche Unterstützung für den Fahrer durch Technik“, bestätigt ein Experte aus der Branche. „Alles, was es im Pkw gibt und dort gelöst wird, sollte es auch für Lkw geben“, fordert ein anderer. Ein weiterer ergänzt: „Von Radar bis automatischen Bremsfunktionen. Alles, was die Fahrsicherheit erhöht.“ Und: „Sie sollten nicht durch den Fahrer abschaltbar sein.“

66 Prozent der deutschen Transportexperten halten Fahrerassistenzsysteme für notwendig und wünschenswert. Auffällig ist hier die unterschiedliche Auffassung chinesischer Logistiker, von denen gerade mal 30 Prozent Fahrerassistenzsysteme als wünschenswert betrachten. Genau umgekehrt werden Software-Lösungen für Flottenmanagement bewertet: 25 Prozent der deutschen Logistiker haben solche Software auf der Wunschliste, 49 Prozent sind es dagegen bei den Chinesen. Gleichzeitig hat nur knapp die Hälfte der deutschen Unternehmen Software zum Fahrzeugmanagement im Einsatz, dies gilt vor allem für die kleinen Unternehmen. Wo Software zum Fahrzeugmanagement im Einsatz ist, ist die Mehrheit der Befragten mit ihr zufrieden.

Wesentlich höhere Akzeptanz finden Softwareanwendungen mit direktem Fahrerbezug: 61 Prozent der befragten Logistik-Experten halten Software für das Fahrerverhalten für sehr wichtig, 66 Prozent sind es bei Software für den Einsatz der Fahrer und 85 Prozent bei Software für den Komfort des Fahrers. Allerdings nutzen rund ein Drittel der Unternehmen auch solche Anwendungen nicht. „Uns ist wichtig, den Gebrauch des Fahrzeugs zu beobachten. Uns geht es nicht um die Person des Fahrers, sondern um die Fahrsituation“, sagte dazu ein Experte in der Studie. „Intuitivere Lösungen, Bilder oder Signale, die zeigen, wie ich besser fahren könnte und die gleichzeitig Anreize schaffen, dass der Fahrer dies auch tut“, wünscht sich ein anderer.

Mit der „Mobilitätsstudie 2016 – Der vernetzte Truck“ legt das führende Technologieunternehmen Continental seine inzwischen vierte Mobilitätsstudie vor. Das Markt- und Sozialforschungsinstitut infas befragte Logistiker, Spediteure, Flottenbetreiber sowie Fernfahrer in Deutschland und China. Im Fokus stehen die Herausforderungen, die für die Logistikbranche durch Digitalisierung und Vernetzung entstehen.

Zahlen, Daten, Fakten rund um die Fahrzeuge der Zukunft

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Enno Pigge

Enno Pigge Pressesprecher, Innovation & Technologie Telefon: +49 511 938-1622 E-Mail: