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Bessere Hilfe bei Volkskrankheit „Rücken“

Continental Regensburg nimmt gemeinsam mit der SBK an großem Forschungsprojekt teil

  • Der Standort des internationalen Technologieunternehmens testet zusammen mit der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK) und weiteren Betriebskrankenkassen und Unternehmen in ganz Deutschland neue Ansätze zu Prävention und Therapie bei Muskel-Skelett-Erkrankungen
  • Das Projekt „BGM-innovativ“ vernetzt Krankenkasse, Betrieb und Rentenversicherung, um Betroffenen schnell und mit individuell zugeschnittenen Maßnahmen zu helfen

Regensburg, 11. Juli 2017. Rückenleiden gelten hierzulande nicht ohne Grund als „Volkskrankheit Nummer eins“. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass Rücken- und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen die häufigste Ursache dafür sind, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer krankgeschrieben werden. Das liegt auch daran, dass diese Erkrankungen häufig zu spät und nicht nachhaltig genug behandelt werden, weil zum Beispiel individuelle Faktoren wie das Arbeitsumfeld zu wenig berücksichtigt werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Erkrankungen chronisch werden und im schlimmsten Fall zur Frühverrentung führen. Mit einem bundesweiten Forschungsprojekt zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) wird jetzt untersucht, wie sich eine Chronifizierung von Muskel-Skelett-Erkrankungen vermeiden und die Beschäftigungsfähigkeit der Betroffenen dauerhaft erhalten lässt. An dem Projekt mit dem Titel „BGM-innovativ“, welches vom BKK Dachverband koordiniert wird, beteiligen sich 15 Betriebskrankenkassen und 22 Unternehmensstandorte mit insgesamt 45.000 Versicherten. Dazu gehören auch Continental Regensburg und die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), der langjährige Gesundheitspartner des Continental-Standorts, der früher zur Siemens VDO Automotive AG gehörte.

„Wir stehen voll hinter dem nachhaltigen Ansatz dieses Forschungsprojekts, das den Beschäftigten langfristig helfen will. Die Frage ist dabei nicht, wann die Erkrankten wieder zur Arbeit gehen, sondern was wir für sie tun können, damit es ihnen wieder gut geht“, sagt Michael Staab, Personalleiter von Continental Regensburg. „Das Projekt gibt uns die Chance, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Muskel-Skelett-Erkrankungen zeitnah und umfassend zu unterstützen. Dabei sind die Maßnahmen jeweils auf die individuelle Situation zugeschnitten und reichen vom präventiven Training über die medizinische Rehabilitation bis zu einem eventuell erforderlichen Wechsel des Arbeitsplatzes.“

Unterstützungsmaßnahmen sind auf Arbeitsplatz und Indikation bezogen

Das Besondere an „BGM-innovativ“ ist die enge Zusammenarbeit zwischen der Krankenkasse, dem Betriebsarzt und der Deutschen Rentenversicherung (DRV), die mit ihrem bundesweiten Netz an Reha-Kliniken und Reha-Zentren qualitative Maßstäbe in der Rehabilitation setzt. Im ersten Schritt des vierjährigen Projekts – das auf einem erfolgreichen Pilotprojekt bei der Salzgitter AG basiert – geht es darum, Mitarbeiter mit Problemen im Muskel-Skelett-Bereich anzusprechen und mit ihnen arbeitsplatzbezogene und indikationsbezogene Unterstützungsmaßnahmen zu vereinbaren. Diese sind je nach Grad der Erkrankung in drei Module gegliedert. Bei leichten Einschränkungen, die noch keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben, wird ein präventives, dreimonatiges Einzeltraining durchgeführt, das an der jeweiligen Arbeitssituation orientiert ist. Bei mittelschweren Erkrankungen mit Fehlzeiten von bis zu sechs Wochen pro Jahr ist eine medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation nach den Qualitätskriterien der DRV vorgesehen. Bei schweren Erkrankungen erfolgt eine zweitägige Begutachtung am Arbeitsplatz, um die Einsatzfähigkeit des Erkrankten nach medizinischen Gesichtspunkten beurteilen zu können und über Rehabilitationsmaßnahmen zu entscheiden.

„Der beschleunigte Diagnose-Prozess unter Einschluss von Arbeitsplatzinformationen ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts, das mit diesem Projekt getestet wird. Denn im Vordergrund steht hier der Einzelne mit seiner Krankheitsdiagnose und einem auf seinen Arbeitsplatz zugeschnittenen Fallmanagement“, sagt Anna Koutitis-Petras, Fallmanagerin der SBK. „So können wir die Betroffenen schneller und nachhaltiger unterstützen mit dem Ziel, ihre Lebensqualität zu steigern und ihre Arbeitsfähigkeit langfristig zu erhalten.“

Standort mit eigenem Gesundheitszentrum

Continental Regensburg, mit rund 8.000 Beschäftigten der weltweit größte Automotive-Standort des Konzerns, engagiert sich seit Jahren stark im Betrieblichen Gesundheitsmanagement und verfolgt hier ein integriertes Gesamtkonzept, zu dem auch ein Gesundheitsmanager und ein Jahresprogramm der Gesundheitsförderung mit vielfältigen Angeboten gehören. Schon 2011 wurde der Standort mit dem „TOP Gesundheitsmanagement Award“ der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) ausgezeichnet. Seit Anfang 2016 betreibt Continental Regensburg als erster Standort des Konzerns ein eigenes Gesundheitszentrum auf dem Werksgelände, das nun auch am Projekt „BGM-innovativ“ beteiligt ist. Das Zentrum mit einem breiten Spektrum an Fitness- und Gesundheitsangeboten (bis hin zur Krankengymnastik auf Rezept) ist voll auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten und gibt durch seine Öffnungszeiten auch Schichtdienst-Beschäftigten die Möglichkeit, Kurse vor oder nach ihrer Schicht wahrzunehmen.​​​​​​​