MK 100-basierten Hydraulic Brake Extension

© Continental AG

Bremssystem MK C1 von Continental ermöglicht den nächsten Schritt zum hochautomatisierten Fahren

  • MK C1 für hochautomatisiertes Fahren (HAD, highly automated driving) verfügt nun über eine redundante Rückfallebene.
  • MK C1-HAD-Systemarchitektur mit zwei vernetzten Bremssystemen bietet ein abgestuftes Degradationskonzept, um jederzeit die erforderliche Geschwindigkeitsreduktion, auch bei einem Erstfehler im Bremssystem, ohne Eingreifen des Fahrers zu gewährleisten.
  • Durch die Kombination der MK C1 mit einer MK 100-basierten Hydraulic Brake Extension (HBE) können redundante Bremssysteme für hochautomatisiertes Fahren mit minimalem Aufwand installiert werden.

Frankfurt am Main, 1. August 2017. Während automatisiertes Fahren ein großer Schritt hin zu einer sicheren und komfortablen individuellen Mobilität der Zukunft ist, wird sich eines nicht ändern: Bremsen werden, zusammen mit der Lenkung, das wichtigste Element der aktiven Sicherheit bleiben. Sobald der Fahrer die volle Fahrverantwortung an das Fahrzeug übergibt, muss das elektronische Bremssystem (EBS) in der Lage sein, auch in dem äußerst seltenen Fall eines möglichen Ausfalls des primären elektronischen Bremssystems, die Bremsfunktion sicherzustellen. Aus diesem Grund hat das Technologieunternehmen Continental sein elektronisches Bremssystem MK C1 im Hinblick auf die zusätzlichen Anforderungen des hochautomatisierten Fahrens weiterentwickelt.

Rückfallebene für das Bremssystem ist beim hochautomatisierten Fahren unverzichtbar

„Das hochautomatisierte Fahren stellt hohe Anforderungen an das Bremssystem“, sagt Felix Bietenbeck, Leiter des Geschäftsbereichs Vehicle Dynamics in der Division Chassis & Safety bei Continental. „Wir haben unser umfangreiches Know-how im Bremsystembereich genutzt, um für einige unserer Kunden eine Basislösung für den nächsten praktischen Schritt in Richtung des automatisierten Fahrens zu erarbeiten. Die MK C1 HAD für hochautomatisiertes Fahren stellt eine fortschrittliche Bremstechnologie für eine neue Anwendung mit neuen Anforderungen zur Verfügung.“

Die MK C1 für hochautomatisiertes Fahren verfügt, durch die Kombination mit der MK 100-basierten Hydraulic Brake Extension, über eine redundante Rückfallebene. © Continental AG

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Die MK C1 ist ein „By-Wire“-System, welches sich ideal für automatisiertes Fahren eignet, da es einen besonders schnellen, präzisen und autonomen Druckaufbau ermöglicht. Um die Anforderungen an ein redundantes Bremssystem zu erfüllen, hat Continental die MK C1 mit einem Derivat der MK 100 ESC kombiniert. Im normalen Betrieb bietet die MK C1 alle Brems-, Stabilitäts- und Komfortfunktionen. Der hydraulische Druck wird einfach durch die MK 100 Hydraulic Brake Extension (HBE) hindurchgeleitet. Um eine ständige, hundertprozentige Verfügbarkeit sicherzustellen, führt die MK 100 HBE häufige Selbsttests durch.

Kooperativer Modus für eine maximale Verfügbarkeit der Bremsfunktionen

Sollte der sehr unwahrscheinliche Fall eintreten, dass das primäre EBS ausfällt, springt das sekundäre EBS ein und liefert die benötigte Bremsfunktion. Je nach Art des potenziellen Ausfalls im primären EBS können zwei Funktionen ausgelöst werden: Sollte das primäre EBS komplett ausfallen – ein sehr unwahrscheinliches Szenario – bremst die MK 100 HBE-Einheit das Fahrzeug an den Vorderrädern ab und stellt eine ABS-Funktion sicher.

Durch die Kombination der MK C1 mit einer MK 100-basierten Hydraulic Brake Extension können redundante Bremssysteme für hochautomatisiertes Fahren mit minimalem Aufwand installiert werden. © Continental AG

Die MK C1 HAD bietet noch einen weiteren Vorteil. Derzeit arbeitet Continental an der Entwicklung eines kooperativen Bremsmodus. Dieser kommt zum Einsatz, wenn die elektromechanische Bremsbetätigungs- und Pumpfunktion des primären Bremssystems ausfallen sollte, die Regelventile der Einheit jedoch weiterhin funktionstüchtig sind. In diesem Fall schaltet die MK 100 HBE-Einheit in den kooperativen Bremsmodus. Ein Teil ihres hydraulischen Drucks wird in die noch funktionsfähigen MK C1-Ventile eingespeist, um auch die Hinterradbremsen zu aktivieren. Diese innovative flexible Aufteilung der Funktionen gewährleistet eine vollautomatisierte Bremsfunktion mit schlupfgeregelter Abbremsung an beiden Achsen, auch im Falle eines Teilausfalls in einem System. „Die Vernetzung zweier EBS-Einheiten ist eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe. Es erfordert herausragende Systemkenntnisse, über die Continental verfügt“, fasst Bietenbeck zusammen.

Bei der MK C1 sind die Funktionen der Bremsbetätigung, des Bremskraftverstärkers sowie des Regelsystems in einem Modul zusammengefasst. © Continental AG

Die MK C1 ist das neueste innovative Bremssystem von Continental und seit 2016 in Serie. Es leistet einen wichtigen Beitrag für ein sicheres und dynamisches Fahren sowie zur Energieeffizienz. Es ermöglicht dank des „Brake-by-Wire“-Designs eine 100-prozentige Rekuperation der Bremsenergie. Weitere Vorteile sind eine etwa 30-prozentige Gewichtsreduktion des Systems und effiziente Bremsdynamik in einer kompakten Einheit. Das innovative elektronische Bremssystem integriert Tandem-Hauptzylinder, Bremskraftverstärker und Regelsysteme (ABS und ESC) in einem kompakten, gewichtssparenden One-Box-Modul. Die MK C1 von Continental kann Bremsdruck in 150 ms aufbauen (Time-to-Lock): doppelt so schnell wie heutige herkömmliche Systeme.

Continental zeigt die MK C1 für hochautomatisiertes Fahren auch im September auf der IAA 2017 in Frankfurt am Main (Halle 5.1. Stand A07 / A08).

Kontakt

Sören Pinkow

Sören Pinkow Externe Kommunikation Division Chassis & Safety Telefon: +49 69 7603-8492 E-Mail: