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Präsentation der 5. „Continental-Studentenumfrage“

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Deutsche Studenten erwarten weitere Änderungen am Rentensystem – aber ihr Interesse am Thema sinkt

  • Positives Wirtschaftsumfeld treibt Karriere-Optimismus der Hochschulabsolventen auf Fünf-Jahres-Hoch und drückt gleichzeitig Bereitschaft zu Flexibilität und Mobilität
  • Elterngeld verändert Einstellung zu Kinderwunsch bei 11,2 Prozent der Befragten
  • Interesse an Angeboten zu ganztägiger Kinderbetreuung ist gestiegen

Hannover/Berlin, 3. Juni 2008. Die deutschen Studenten rechnen mit teils erheblichen weiteren Änderungen des Rentensystems zu ihren Lasten, sie zeigen aber gleichzeitig klar weniger Interesse am Thema Alterssicherung als noch vor drei Jahren. Die Hochschulabsolventen schätzen außerdem das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland und ihre beruflichen Zukunfts­aussichten so optimistisch ein wie seit fünf Jahren nicht. Dieser Optimismus drückt aber im Gegenzug die Bereitschaft zu Mobilität und Flexibilität deutlich. Das sind einige Ergebnisse der repräsentativen 5. „Continental-Studentenumfrage“, die der internationale Automobilzulieferer am Dienstag in Berlin in Kooperation mit der TU Darmstadt präsentiert hat. Continental stellt jährlich mehr als 1.300 Hochschulabsolventen ein, davon mehrere hundert in Deutschland.

Präsentation der 5. „Continental-Studentenumfrage“ in Berlin: (v.l.n.r.:) Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandschef des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums, Prof. Dr.-Ing. Reiner Anderl, Vizepräsident der TU Darmstadt, und Heinz-Gerhard-Wente, Personalvorstand Continental AG. © Continental AG
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TNS/Infratest hatte Anfang dieses Jahres im Auftrag des Unternehmens zum fünften Mal seit 2003 rund 1.000 Studenten nach ihren Ansichten zu Karriere, Arbeitswelt und Hochschul­themen befragt. Besondere Schwerpunkte der Umfrage waren in diesem Jahr die Themen Alterssicherung, Arbeitszeiten sowie Familie. Grundsätzlich hält nur weniger als ein Drittel der befragten Hochschulabsolventen die eigenen Kenntnisse zu den Reformen der Sozial­systeme für „sehr gut“ oder „gut“, 2005 war es noch etwa die Hälfte. Gleichzeitig hat sich die Zahl derjenigen, die sich nur „ausreichend“ oder „ungenügende“ Kenntnisse attestieren, auf knapp 30 Prozent nahezu verdoppelt.

86,6 Prozent der Befragten erwarten in den kommenden Jahren weitere Änderungen am Rentensystem: Bei möglichen Mehrfachnennungen rechnen 63,2 Prozent mit höherem Renteneintrittsalter, 38 Prozent mit Rentenkürzungen, 14,4 Prozent mit Verpflichtung zu privater Absicherung. Jeder geht von steigenden Rentenbeträgen aus, 8,6 Prozent erwarten nur noch eine Grund­sicherung und 3,1 Prozent sehen sogar die Abschaffung der staatlichen Rente kommen. In Sachen eigenen Renteneinstiegsalters gehen 29,6 Prozent von 68 bis 70 Jahren aus, 13,3 Prozent erwarten ihren eigenen Renteneinstieg gar erst im Alter von mehr als 70 Jahren.

Zwar meint stabil weit mehr als die Hälfte 63,6 (2005: 61,9) Prozent der Befragten, dass mindestens zwei Drittel der Bezüge im Ruhestand aus Eigenvorsorge stammen werden. Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, die ihr Interesse an Alterssicherung als „sehr hoch“ oder „hoch“ bezeichnen, in den vergangenen drei Jahren von 62,0 auf 50,2 Prozent deutlich gefallen. „Eher niedriges“ bzw. „sehr niedriges“ Interesse hat fast jeder Achte, 2005 war es nur jeder Zwölfte.

„Wir sehen diesen Trend mit Besorgnis, denn die Investition von Arbeitszeit oder Entgelt­komponenten in die eigene Altersvorsorge wird an Bedeutung und Umfang zunehmen“, sagte Continental-Vorstand Heinz-Gerhard Wente. „Die Studierenden sehen zwar weitere Rentenreformen kommen, überblicken aber weder Tragweite noch Auswirkungen auf die ei­gene Zukunft. Hier werden wir bei Continental als Konsequenz aus den Ergebnissen bei un­seren Neueinstellungen noch stärker auf frühzeitige und umfassende Information setzen.“

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Ein weiterer Schwerpunkt der Umfrage war das Thema Familie/Kinder: Für die Karriere wür­den wie 2006 nahezu unverändert 23,8 (23) Prozent der Befragten auf die Gründung einer Familie verzichten. 73,2 Prozent verneinen diese Frage, drei Prozent haben bereits Nach­wuchs. Bei drei Vierteln der Befragten besteht ein Kinderwunsch, 14,2 Prozent sind noch unentschieden, 6,5 Prozent sagen „wahrscheinlich nicht“, 2,2 Prozent „auf keinen Fall“. Zu beiden Grundsatzfragen unterscheiden sich die Aussagen von Frauen und Männern kaum.

11,7 Prozent der Befragten geben an, die Einführung des Elterngeldes habe ihre Einstellung zum Kinderwunsch verändert. Mehr als zwei Drittel sagen dagegen, dies habe keinen Ein­fluss gehabt. 

24,1 Prozent erklären, dass sie auch unabhängig von staatlicher Unterstützung Kinder haben möchten, 13,3 Prozent betonen aber die Nützlichkeit des Elterngeldes im Bezug auf die vor­übergehende zusätzliche Sicherheit. 25,8 Prozent der Studierenden sind überzeugt, dass Kinder keine „Geldentscheidung“ sein sollen und ein Kinderwunsch unabhängig von staatli­cher Förderung vorhanden ist.

Mehr als die Hälfte der Befragten möchte den Kinderwunsch im Alter zwischen 30 und 35 Jahren realisieren. Abweichend von den Männern (19,5 Prozent) will mit 31,8 Prozent knapp ein Drittel der Frauen den Kinderwunsch im Alter zwischen 25 und 30 Jahren erfüllen. Mehr als 90 Prozent der Befragten würden für eine garantierte ganztägige Kinderbetreuung Ge­haltsbestandteile einsetzen (73,4 Prozent sagen dabei: „Kommt auf die Höhe an“). Mehr als 80 Prozent der Hochschulabsolventen sind bereit, vor einer Familiengründung bis zu 50 Wo­chenstunden zu arbeiten, um Zeitguthaben für eine Familienphase „anzusparen“. 17,5 Pro­zent lehnen dies grundsätzlich ab – dieser Wert hat im Vergleich zu 2006 um rund 6 Pro­zentpunkte zugelegt.

„Es ist erfreulich, dass der Familie, auch in Bezug auf die berufliche Karriere, nach wie vor ein hoher Stellenwert beigemessen wird. Daraus resultiert aber auch eine Verantwortung für Unternehmen und insbesondere auch Hochschulen“, sagte der für Wissenstransfer und In­ternationales zuständige Vizepräsident der TU Darmstadt, Prof. Dr.-Ing. Reiner Anderl. „Ge­rade in Hochschulen müssen die Modelle zur Vereinbarkeit von Studium und Familie weiter­entwickelt und ausgebaut werden. Diese Modelle müssen einerseits infrastrukturelle Maß­nahmen wie z.B. Kindertagesstätten, aber auch curriculare Maßnahmen umfassen.“

Auf den höchsten Wert seit Start der „Continental-Studentenumfrage“ 2003/2004 ist die Ein­schätzung der beruflichen Zukunftsperspektiven gestiegen: 75 Prozent der Befragten erwar­tet „sehr gute“ oder „gute“ Karriereaussichten, das sind 11,8 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren und 2 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Entsprechend rückläufig ist die Zahl der Skeptiker. Parallel verläuft die Entwicklung der Einschätzung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Aber: Die Positiveinschätzung der Karrierechancen ist nach wie vor bei Frauen mit 68,6 Prozent zu 79,8 Prozent bei den Männern deutlich geringer ausgeprägt. 

„Der gesunde Optimismus hat eine ungesunde Nebenwirkung: Die gefühlte Sicherheit ver­leitet zu einer im harten internationalen Wettbewerb unangebrachten Bequemlichkeit“, warnte Continental-Personalvorstand Heinz-Gerhard Wente. Beispiel Mobilität: Bei Verlust des Ar­beitsplatzes würden 29,7 (2006: 44,0 / 2004: 36,1) Prozent eine vergleichbare neue, aber schlechter bezahlte Stelle annehmen. 26,9 (19,2 / 22,6) Prozent würden dies ablehnen. Auch in Sachen Auslandseinsatz geht der Trend nach unten: Zwar schätzen sich rund 45 Prozent der Studenten als absolut oder eher mobil ein, wenn es um die Bereitschaft geht, zukünftig länger als ein Jahr im Ausland zu verbringen, das sind weniger als in den Vorjahren (2007: 50,5 Prozent; 2005: 50 Prozent). Individuelle Mobilität hängt aber stark mit dem Zielland zu­sammen: Die Schweiz (76,6 Prozent) und die USA (56,6 Prozent) erfreuen sich großer Be­liebtheit, kaum ein Student kann sich dagegen vorstellen, in der Zukunft länger als ein Jahr in China (22,1 Prozent) oder den osteuropäischen Ländern der Europäischen Union zu verbrin­gen (19,9 Prozent).

„Zwar scheint die Zuversicht in Karrierechancen die Mobilität, gerade auch in Bezug auf eine berufliche Tätigkeit im Ausland, zu schmälern. Gleichwohl schätzen sich 45 Prozent der Stu­denten als mobil ein, wenn es um die Bereitschaft geht, zukünftig länger als ein Jahr im Aus­land zu verbringen“, meinte Prof. Anderl.

Auch bei der Einstellung zu Arbeitszeit zeigen sich deutliche Veränderungen: 39,5 Prozent und damit deutlich weniger als vor zwei bzw. vier Jahren (48,0 /46,3) Prozent erwarten künf­tig eine frei vereinbarte Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden in der Woche. Nur 3,5 (1,5/1,8) Prozent gehen von tariflichen 35 Stunden pro Woche aus, 5,4 (3/5) Prozent von 37,5 Stun­den pro Woche. Auffällig ist, dass bei der Frage nach der erwünschten Wochenarbeitszeit anders als vor vier Jahren weniger als die Hälfte der Befragten frei vereinbarte Arbeitszeiten nennen (bei Frauen weniger als ein Drittel) und sich entsprechend knapp mehr als die Hälfte tariflich geregelte Arbeitszeiten wünschen.

Nahezu unverändert ist dagegen die Einstellung zu regelmäßiger Wochenendarbeit: Sie ist für 21 (2004: 8,8 / 2006: 20,1) Prozent kein Problem, 63 (66,7/66,1) Prozent können sich das „gelegentlich“ vorstellen; 9,3 (9,8/9,9) Prozent sagen, dies wäre ein Grund, den Arbeitsplatz nicht anzunehmen. 

Die Bereitschaft dazu ist bei Frauen noch etwas stärker ausgeprägt als bei Männern. „Deutschlands Ressourcen sind die Fähigkeiten seiner Menschen. Als hochindustrialisiertes Land - und dies gilt im Besonderen für die Bereiche Luft- und Raumfahrt - brauchen wir moti­vierte, gut ausgebildete junge Leute, um die Zukunft zu sichern. Zum Glück ist die Technik­feindlichkeit überwunden und einem prinzipiell positiven Verständnis von Naturwissenschaf­ten und Technik gewichen. Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sind permanent aufgerufen, junge Leute nicht vorzeitig von einem entsprechenden Studium mit seinen besonderen An­forderungen abzuschrecken. Ich lese auch diese Umfrage als Aufforderung in diese Rich­tung“, sagte der Vorstandschef des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums, Prof. Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner, abschließend.

Der Continental-Konzern gehört mit einem anvisierten Umsatz von mehr als 26,4 Mrd Euro im Jahr 2008 weltweit zu den führenden Automobilzulieferern. Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antrieb und Fahrwerk, Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeug­elektronik, Reifen und technischen Elastomerprodukten trägt das Unternehmen zu mehr Fahrsicher­heit und zum Klimaschutz bei. Continental ist darüber hinaus ein kompetenter Partner in der vernetz­ten, automobilen Kommunikation. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 150.000 Mitarbeiter an nahezu 200 Standorten in 36 Ländern.


Die Studie:

Auszug aus der  Studie als PDF zum Downloaden. (PDF, 329,8 KB)


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Nicole Göttlicher

Nicole Goettlicher Pressesprecherin Personal & Karriere Telefon: +49 511 938-1640 Fax: +49 511 938-1016 E-Mail: