Hochgeschwindigkeitsnetz

Wartung und Instandhaltung des Hochgeschwindigkeitsnetzes sind das A und O für den sicheren Transport von Menschen bei Spitzengeschwindigkeiten von 350 km/h, wie hier mit Chinas CRH3.

© Continental AG/Mick Ryan

Highspeed-Trassen der Superlative: Continental leistet Beitrag zur Mobilität zwischen Chinas Megacities

  • Mit Luftfedersystemen von Continental fahren modernste Schnellinterventionsfahrzeuge zur Instandhaltung des Hochgeschwindigkeitsnetzes in Rekordzeit zum Einsatzort

Hannover, im August 2018. Das Technologieunternehmen Continental hat für Instandhaltungs- und Interventionsfahrzeuge ein Luftfedersystem entwickelt, das die schnelle Übersetzung zwischen Gleisbaustellen ermöglicht. Damit kann China seine Hochgeschwindigkeits- und Schnellstrecken für Züge effizient warten, instand halten sowie ausbauen. Das mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern bevölkerungsreichste und an seiner Gesamtfläche gemessen viertgrößte Land der Erde verfügt über das größte Netz an Schnellzugverbindungen weltweit. Schon seit den 1990er Jahren setzt China auf die Schiene als umweltfreundliche, zuverlässige und leistungsfähige Transportlösung und baut das Netz seitdem in beeindruckendem Tempo aus. Der chinesische Eisenbahnnetz-Entwicklungsplan „China Railway-Highspeed“ (CRH) von 2004 sieht vor, dass das Netz bis zum Jahr 2020 von 19.000 auf 30.000 Kilometer deutlich weiterwachsen soll. Auf je vier Ost-West- und vier Nord-Süd-Korridoren sollen Züge Geschwindigkeiten zwischen 250 und 350 km/h fahren können. 80 Prozent aller Großstädte sollen dann per Schnellzug erreichbar sein. Städte und Regionen sind zu gigantischen Ballungsräumen und Megacities herangewachsen. Die Bahn bildet in diesem Gefüge ein wichtiges Rückgrat für den Personen- und Güterverkehr zwischen den Metropolen. „Mit unseren Luftfedersystemen für Instandhaltungsfahrzeuge unterstützen wir die sichere und zuverlässige Mobilität in China“, hebt Günther Sengeis, Key Account für Luftfedersysteme bei Continental, hervor.

Hohe Geschwindigkeiten erfordern Höchstmaß an Sicherheit

Wer sich heute in der 6,8 Millionen Einwohner zählenden Metropole Kunming in den Zug setzt und mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 350 km/h fünf Provinzen durchquert, kann nach nur knapp elf Stunden Fahrt im 2.264 Kilometer entfernten Shanghai wieder aussteigen. Die längste Hochgeschwindigkeitsstrecke der Welt verkürzt damit die Fahrzeit um 23 Stunden. In Europa benötigt die Bahn 31 Stunden für eine vergleichbare Distanz von Köln nach Moskau.

Doch damit Chinas Highspeed-Züge Menschen sowie Güter schnell, sicher und energieeffizient an ihr Ziel bringen können, sind neben dem Ausbau auch Instandhaltung und Wartung des gesamten Netzes und seiner Oberleitungen unerlässlicher Bestandteil des CRH-Programms – hier kommen die Continental Luftfedersysteme für moderne Instandhaltungs- und Interventionsfahrzeuge ins Spiel: Denn die Anforderungen an Oberleitungen für Schnellstrecken in puncto Qualität, Zuverlässigkeit, Betriebssicherheit und Verfügbarkeit sind immens. „Ende 2014 haben wir unsere Systeme für die Schnellinterventionsfahrzeuge zur Instandhaltung des chinesischen Hochgeschwindigkeitsnetzes ausgeliefert“, erzählt Sengeis. Die Fahrzeuge sind universell einsetzbar: Von der Instandhaltung und Wartung über die Kontrolle, Sicherheitsprüfungen und Störungsbehebungen bis hin zur Erneuerung sowie dem Bau von Oberleitungen deckt es das gesamte Leistungsspektrum für den Streckenerhalt und -bau ab.

Wenn jede Minute zählt, ist Continental am Zug

Schnelle und effiziente Wartung: Mit den Luftfedersystemen von Continental können Instandhaltungsfahrzeuge mit Geschwindigkeiten von 160 km/h zum nächsten Einsatzort fahren. © RCP - stock.adobe.com

Bei Arbeitsfahrzeugen sind Primärfedern von Continental bereits seit Jahrzehnten im Einsatz. Für projektrelevante Arbeitszüge in China hat Continental außerdem ein komplettes Luftfedersystem entwickelt und geliefert, sodass die Fahrzeuge möglichst schnell die Einsatzorte wechseln können. „Unser Luftfedersystem mit Sekundärfederung zwischen Drehgestell und Hauptrahmen sorgt dafür, dass das Fahrzeug sicher und eigenständig mit Geschwindigkeiten von 160 km/h zum nächsten Einsatzort fahren kann. Dafür muss es teilweise Strecken von 2.500 km überwinden. Durch die schnelle Überfahrt zum nächsten Einsatzort kann das Schnellstreckennetz wesentlich schneller gewartet werden. In wirtschaftlicher Hinsicht stellt das einen enormen Kundennutzen dar“, betont Jörg Frohn, Leiter Produktentwicklung für Schienenverkehr-Anwendungen im Bereich Luftfedersysteme bei Continental.

Ein weiterer Pluspunkt des Luftfedersystems: Es fängt Vibrationen und Stöße so weit auf, dass Unebenheiten im Fahrweg kaum spürbar sind. Bei Hochgeschwindigkeitszügen erhöht dies den Komfort der Reisenden. Bei den Arbeitszügen liegt der Vorteil darin, dass Arbeiter während der Überfahrt die zugeigene Werkstatt nutzen können. Dort treffen sie wichtige Vorbereitungen, um am Einsatzort notwendige Maßnahmen nahezu umgehend ergreifen zu können. Je schneller die Arbeiten erledigt sind, desto eher können Gleissperrungen wieder aufgehoben werden. „Aufgrund eines steigenden Zeitdrucks werden Einsatzzeiten zunehmend knapper. Entsprechend ist noch mehr Effizienz gefragt. Dadurch gewinnt auch die Zuverlässigkeit unserer Bauteile weiter an Bedeutung“, hebt Sengeis hervor.

Klimatische Bedingungen stellen höchste Anforderungen an das Material

Durch die enorme Größe Chinas gibt es 18 verschiedene Klimazonen mit teilweise extremen Gegensätzen: Besonders lange und beständig kalte Winter mit Durchschnittstemperaturen von durchschnittlich -25 °C, an extrem kalten Tagen sogar bis -40 °C, und sengender Hitze im Sommer mit +40 °C sind typisch für die Landesteile im Norden, während die Regionen im Osten und Südosten subtropisch von sehr heißen Sommern geprägt sind. Diese Vielfalt an klimatischen Bedingungen stellt höchste Anforderungen an Materialien, die verlässlich über möglichst lange Zeiträume und landesweit funktionieren müssen. „Das gilt auch für unsere Primärfedern und Luftfedersysteme, die für eine sichere und ruhige Fahrt der Interventionsfahrzeuge zu jeder Jahreszeit sorgen“, so Sengeis. Damit sind sie sehr viel größeren Beanspruchungen ausgesetzt als zum Beispiel in West-Europa. Dies hat starke Auswirkungen auf die Haltbarkeit einer Luftfeder. Sie muss bei Hitze und Kälte jahrelang unter großer Belastung zuverlässig funktionieren. Die Fahrzeuge sind enorm ausgelastet und auf langen Strecken unterwegs. Deshalb müssen hier möglichst haltbare und zuverlässige Konstruktionsteile zum Einsatz kommen. „Unser Know-how haben wir in Europa über Jahrzehnte optimiert, sodass wir eine hohe Temperaturbeständigkeit kombiniert mit Abriebfestigkeit und einer hohen Widerstandsfähigkeit gegen Ozon-, UV- und Medieneinwirkung anbieten können“, ergänzt Frohn. „Unser Wissen haben wir gemeinsam mit den Kunden über regionale Besonderheiten wie Klima und Streckenverhältnisse erweitert, um stets die optimale Lösung für die jeweiligen Märkte entwickeln zu können.“

Wartung und Instandhaltung des Hochgeschwindigkeitsnetzes sind das A und O für den sicheren Transport von Menschen bei Spitzengeschwindigkeiten von 350 km/h, wie hier mit Chinas CRH3. © Continental AG/Mick Ryan

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Jochen Vennemann

Jochen Vennemann Manager External Communications ContiTech Telefon: +49 511 938-18024 E-Mail: