Wintertest
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Neueste ABS-Generation von Continental: Optimale Bremsleistung auf wechselnden Fahrbahnbedingungen

  • Die dritte Generation des Antiblockiersystems (ABS3) reagiert mithilfe weiterentwickelter Bremsdruckregelung noch schneller und präziser.
  • Bestmögliche Bremsleistung ist durch den adaptiveren Aufbau des Reglers gesichert.
  • Testfahrten auf verschiedenen Untergründen in Schweden bestätigen: Das Leistungspotenzial des ABS3 entfaltet sich besonders unter hohen Anforderungen, wie etwa bei Bremsungen auf Fahrbahnen mit abrupt wechselnden Haftungseigenschaften.

Frankfurt am Main, 5. März 2018. Jederzeit sicher, kontrollierbar und eine optimale Bremsleistung. Dies sind einige der Anforderungen an Bremssysteme, die sich Autofahrer wünschen und die sich durch zunehmende Automation ergeben. Diesen Anforderungen wird das Technologieunternehmen Continental mit der dritten ABS-Generation (ABS3) gerecht und erschließt außerdem weitere Sicherheitspotenziale, um langfristig die Vision Zero, die Vision vom unfallfreien Fahren, zu erreichen. Die neue Generation passt die Bremsdruckregelung noch schneller und präziser an wechselnde Fahrbahnbedingungen an. So bleibt das Fahrzeug bei starken Bremsmanövern besser manövrierfähig, und auch unter widrigen Einflüssen wird die optimale erreichbare Bremsleistung erzielt. Bei Bremsung auf Oberflächen mit unterschiedlichen Reibwerten (μ-Split-Situationen) wie beispielsweise auf dem rechten Fahrbahnrand Laub, Schnee oder Schotter und in der Mitte griffiger Belag, muss das ABS die Bremskraft auf den linken und rechten Rädern komplett unterschiedlich einregeln, um die maximale Verzögerung unter Berücksichtigung der Fahrzeugstabilität zu ermöglichen.

„Um bei wechselnden Bedingungen stets die optimale Bremsleistung und Manövrierfähigkeit zu erzielen, rechnet das ABS3 Veränderungen schneller und robuster in die Reglung der Raddynamik ein“, sagte Felix Bietenbeck, Leiter des Geschäftsbereiches Vehicle Dynamics bei Continental. So reagiert das ABS3 schneller als die Vorläufergeneration auf abrupte Wechsel der Fahrbahnhaftung. Ein typisches Beispiel ist ein Wagen, der bei einer Vollbremsung von einem glatten Fahrbahnabschnitt auf griffigen Belag kommt – dem sogenannten Low-µ/High-µ-Sprung. Dabei kommt es zu einer Veränderung des Blockierdruck-Niveaus. „Auch wenn diese Veränderung abrupt geschieht, meistert das ABS3, wegen seiner Dynamik und seiner adaptiven Reglerstruktur, dies wirkungsvoller als das ABS2“, sagte Bietenbeck.

Bei Vergleichsfahrten mit vier Fahrzeugen, die jeweils mit ABS2 oder ABS3 sowie zusätzlich mit Vorgänger- oder aktuellen Reifenmodellen ausgerüstet sind, zeigten sich bei Wintererprobungen auf dem Continental-Testgelände im schwedischen Arvidsjaur die Vorteile des ABS3 bei beiden Reifengenerationen. Zu den vorbereiteten Testmanövern gehörte neben μ-Split und dem Low-μ/High-μ-Sprung auch ein gebremster Spurwechsel.

Das Leistungspotenzial des ABS3 entfaltet sich besonders unter hohen Anforderungen, wie etwa bei Bremsungen auf Fahrbahnen mit abrupt wechselnden Haftungseigenschaften. © Continental AG

ABS3 bietet viele Vorteile

ABS und ESC haben wesentlich dazu beigetragen die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und Menschenleben zu retten. Daher gehören beide Systeme bei den meisten Herstellern bereits zur Serienausstattung und werden heute als wichtigster Fortschritt für sicheres Fahren angesehen. ESC ist in der heutigen Ausführung eine Erweiterung des ABS. Das ABS verhindert beim Bremsen durch den Fahrer ein Blockieren der Räder, damit das Fahrzeug lenkfähig bleibt. Das ESC verhindert durch gezielte Bremseingriffe der Elektronik das Ausbrechen des Fahrzeugs. Beide Systeme ergänzen sich, um innerhalb der physikalischen Grenzen, höchstmögliche Sicherheit und bestmögliche Fahrstabilität zu bieten. Dank eines generischen Ansatzes des ABS3 kann auf die Erkennung und Applikation einzelner Situationen, wie beispielsweise μ-Split, verzichtet werden. Diese Vorteile der dritten ABS-Generation resultieren in einer deutlich leichteren Applizierbarkeit in verschiedene Fahrzeugmodelle im Vergleich zum ABS2.

Durch ABS3 bleibt das Fahrzeug bei starken Bremsmanövern besser manövrierfähig, und auch unter widrigen Einflüssen wird die optimale erreichbare Bremsleistung erzielt. © Continental AG

„Mit der Fähigkeit des ABS3 auf Veränderungen schnell zu reagieren, behält der Fahrer im entscheidenden Moment eine bessere Kontrolle über sein Fahrzeug und hat ein höheres Sicherheitsgefühl“, sagte Jochen Müller, Funktionsentwickler bei Continental. „Gleichzeitig unterstützen wir aktuelle Trends, denn wenn ein Fahrer aus Umwelterwägungen rollwiderstandsoptimierte Reifen aufziehen lässt, muss das ABS in der Lage sein, sich auf diese Veränderung perfekt einzustellen. Auch dafür ist das ABS3 ausgelegt.“ Möglich macht das der adaptive Regleranteil im ABS3, der das veränderte Reifenverhalten modellbasiert wirkungsvoller einrechnet. Autofahrer, die ihr Fahrzeug auf rollwiderstandsoptimierte Reifen umrüsten, haben mit dem ABS3 den Vorteil, dass durch die Einrechnung des veränderten Reifenverhaltens eine bessere Bremswirkung erzielt wird. „Vermutlich sind sich viele Autofahrer dieser Wechselwirkung nicht unbedingt bewusst. Aber mit dem ABS3 haben sie auf jeden Fall das richtige Sicherheitssystem für den Reifenwechsel an Bord“, sagte Müller.

Für die Kraftübertragung zwischen Fahrzeug und Straße sorgt in allen Fahrsituationen der Reifen, stellvertretend für Fahrzeugregelsysteme steht das Antiblockiersystem ABS. Ein ABS sorgt dafür, dass der optimale Schlupf bei einer Vollbremsung eingestellt wird, sodass die maximal mögliche Bremskraft vom Reifen auf die Fahrbahn übertragen wird (µ-Schlupfkurve). Dennoch bleibt das Fahrzeug manövrierfähig, weil ein Blockieren der Räder verhindert wird. Diese Regelung ist anspruchsvoll, weil sie sehr dynamisch erfolgen muss. Neben der Beherrschbarkeit und Lenkbarkeit des Fahrzeugs während Notsituationen muss das ABS insbesondere in der Längsdynamik sicherstellen, dass das Reibpotenzial des Reifens optimal ausgeschöpft wird. Im ABS3 ist in besonderer Weise berücksichtigt, dass die Interaktion zwischen Reifen und Fahrbahn von vielen Faktoren beeinflusst wird, von denen sich manche ständig ändern, etwa der Fahrbahnreibwert, die Temperatur, die Fahrzeugbeladung und die Geschwindigkeit. Aber auch die Beschaffenheit des Reifens selbst hat einen großen Einfluss, wie Autofahrer aus den jährlichen Reifentests immer wieder entnehmen können.

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