Automatisiertes Fahren: Arbeiten ansechs wesentlichen Bausteinen

© Continental AG

Wegbereiter für Automatisiertes und Autonomes Fahren: Continental nimmt Herausforderungen an

  • Hoch- und vollautomatisiertes Fahren stellt sechs Herausforderungen an die Industrie
  • Teilautomatisiertes Fahren ist heute mit Hilfe von Continental bereits Realität

Hannover/Stuttgart, 31. März 2016: „Automatisiertes Fahren wird sicher und effizient mit Hilfe von intelligent vernetzter Technik“, erklärte der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart anlässlich des auto motor und sport Kongresses 2016 in Stuttgart. „Seit 145 Jahren liefern wir Hardware in Form von Reifen, Elastomeren, Elektronik und Mechatronik. Dank der frühzeitigen Ausweitung unserer Geschäftstätigkeiten und der hierfür durchgeführten Übernahmen beschäftigen sich unsere Entwickler seit mehr als 30 Jahren verstärkt mit Sensorik und Software. Die zunehmende Digitalisierung verändert unsere Produkte und Technologien immer weiter. Diese Digitalisierung ermöglicht das Automatisierte Fahren und bereitet den Weg für neue Dienstleistungen rund um die Mobilität.“

„Unsere Ingenieure arbeiten an sechs wesentlichen Bausteinen: Sensorik, Schwarm-Vernetzung, Mensch-Maschinen-Dialog, Systemarchitektur, Ausfallsicherheit und der Akzeptanz von Automatisiertem Fahren“, sagte Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart, © Continental
(DOC, 74.9 KB)

Die sechs Bausteine des Automatisierten Fahrens

„Wir entwickeln weltweit die für das Automatisierte Fahren benötigten Komponenten und Systeme – in den USA ebenso wie in Japan, in China und in Europa. Unsere Ingenieure arbeiten dabei an sechs wesentlichen Bausteinen: Sensorik, Schwarm-Vernetzung, Mensch-Maschinen-Dialog, Systemarchitektur, Ausfallsicherheit und der Akzeptanz von Automatisiertem Fahren“, beschrieb Degenhart die Arbeitspakete des Unternehmens beim Automatisierten Fahren.

Continental entwickelt an den Bausteinen des Automatisierten Fahrens in den USA, China, Europa und auch in Japan – so wie hier in der japanischen Continental-Zentrale in Yokohama. © Continental

Sensorik: Null Unfälle sind keine Utopie mehr. Die Basis dafür liefern die Fahrerassistenzsysteme mit Sensoren. Sie erfassen das Fahrzeugumfeld mindestens so gut wie der Mensch. Rückspiegel können durch Kamerasysteme ersetzt werden. Diese erhöhen nicht nur die Sicherheit, sondern verringern auch den CO2-Ausstoß von Autos und Lkw. Für die Sensorfusion und letztlich die Auswertung der Sensordaten forscht Continental am Einsatz von künstlicher Intelligenz und bringt sein breites Sensorik- und Steuergeräte-Know-how in die Entwicklung ein. „In Zukunft werden wir darüber hinaus in die Reifen Sensoren einbauen, mit denen das Fahrzeug die Beschaffenheit der Fahrbahn unmittelbar ertasten kann. So werden wir die Reifen zu einem wichtigen Teil unseres Sensornetzwerkes im Auto machen“, sagte Degenhart.

Die Automatisierung des Fahrzeugs wird schrittweise erfolgen. Angefangen bei der Teilautomatisierung ab 2016, über die Hochautomatisierung 2020, bis zur Vollautomatisierung ab 2025. © Continental

Schwarm-Vernetzung: Der „sechste Sinn“ des Autos wird das Internet werden. Continental arbeitet an einem leistungsfähigen Backend mit hochgenauer Information über die Verkehrslage. Die Basis dafür liefert der Austausch von Sensordaten zwischen den Verkehrsteilnehmern und den Verkehrs-Großrechnern. Das erhöht die Sensorreichweite und ermöglicht den Blick des Fahrzeugs „um die Ecke“.

Dialog zwischen Mensch und Maschine: Wie sieht die Strategie aus, wenn das Fahrzeug vollautomatisiert die Autobahnausfahrt erreicht und beispielsweise der Fahrer die Fahraufgabe wieder übernehmen soll? Continental entwickelt dafür und für das generelle, zukünftige Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Fahrer die notwendigen Systeme. Gleichzeitig testet das Unternehmen neue Lösungsansätze für die veränderten Ansprüche an den Mensch-Maschine-Dialog.

Systemarchitektur: Künftige Systemarchitekturen für das Automatisierte Fahren müssen die riesigen, im Auto zu verarbeitenden Datenmengen sicher managen. Ein Gigabyte Sensordaten pro Minute müssen in Echtzeit ausgewertet werden. Bei steigender Sensorleistung und damit steigender Datenmenge braucht es eine leistungsstarke und ausfallsichere Elektronik- sowie Software-Architektur.

Ausfallsicherheit: Heute werden Fahrerassistenzsysteme zur Unterstützung des Fahrers eingesetzt. Beim Automatisierten Fahren muss im Fehlerfall eine sichere Weiterfahrt oder ein kontrollierter, sicherer Fahrtabschluss ermöglicht werden. Dafür entwickelte, redundante Bremssysteme befinden sich derzeit bereits in der Entwicklung. Auch die Sicherheit vor Manipulationsversuchen muss bedacht werden. Continental arbeitet gemeinsam anderen Partnern aus der IT- und Automobilindustrie an Verfahren, die solche Versuche erkennen und die Fahrzeugsysteme entsprechend schützen. Eine solche Sicherheit wird kontinuierliche Aktualisierungen der Fahrzeugsoftware voraussetzen, um dem Stand der Technik über die Fahrzeuglebensdauer zu folgen.

Akzeptanz: Vertrauen in die zum Einsatz kommende Technologie ist aus Sicht von Continental die Basis für die Akzeptanz des Automatisierten Fahrens. Die Vertrauensbildung geschieht über den intelligenten Dialog zwischen Fahrer und Fahrzeug. Der Fahrer muss dabei immer genau wissen, was das Fahrzeug als nächstes vorhat. Die Entwickler heutiger Fahrerassistenz- und Fahrerinformationssysteme berücksichtigen dies. Die zunehmende Verbreitung solcher Systeme, erhöht die Akzeptanz künftiger automatisierter Fahrfunktionen.

Kontakt

Enno Pigge

Enno Pigge Pressesprecher, Innovation & Technologie Telefon: +49 511 938-1622 E-Mail: